Anbau und Ernte von Rotkohl

Besonders beim Rotkohlanbau gibt es einige Dinge, die beachtet werden sollten, damit das Züchten des auch als Blaukraut oder Rotkraut bekannten Gemüses gelingt. Neben der Auswahl der richtigen Jahreszeit und der passenden Kohlsorte (es gibt verschiedene Hauptsorten), ist besonders die Pflege des Rotkohls mit viel Wasser und eher kühlen Standorten und die Zeit nach der Ernte, d.h. die Lagerung des Kohls, zu beachten.
Der Anbau gelingt in kälteren Jahreszeiten besser mit vorgezogenen Pflanzen, während es im Frühling und Sommer möglich ist, die Saat direkt in den Boden zu verteilen. Was bei Aussaat und Pflanzung beachtet werden sollte und wann die ersten Rotkohlköpfe geerntet werden können, erklären wir im Folgenden.
Rotkohlpflanzen

Was man beim Rotkohlanbau beachten muss

Obwohl es viele verschiedene Kohlsorten gibt, werden doch alle auf die gleiche Art und Weise angebaut. Wer sich dabei für Rotkohl und gegen Weißkohl oder Wirsing entscheidet, kann aus verschiedenen Sorten, die relativ leicht im Garten anzubauen sind, auswählen: frühreife, mittelfrühe, mittelspäte und spätreife Rotkohlsorten.

Hauptunterschied im Anbau der Rotkohlsorten ist die hier schon angesprochene Aussaatzeit. Für den frühen Rotkohlanbau bietet sich die Sorte „Amarant“ mit kurzem Struck an, die bereits im Juni reif ist. Ihre runden und mittelgroßen Köpfe eignen sich eher für einen direkten Verzehr. Ebenfalls frühreif sind die Sorten „Frührot“, „Marner Frührotkohl“ und „Kalibos“, welche ab Ende Februar oder März in Saatkisten mit passender Anzuchterde gesät werden können. „Kalibos“ ist dabei eine Kreuzung aus Rotkohl und Spitzkohl, was sich besonders in der Form und Schwere des Kopfes erkennen lässt (weniger als 1 Kilo). Der „Marner Frührotkohl“ ist eine französische Sorte, welche eher große Köpfe hervorbringt und sich etwas länger lagern lässt als der „Kalibos“.

dreckige Hände mit Muttererde

Zu den mittelfrühen Rotkohlsorten werden vor allem der „Allrot“, „Autoro“ und „Vitessa“ gezählt. Die frühen und mittelfrühen Sorten haben dabei eher weichere Blätter, die weniger farbig sind als die Spätreifenden. Mittelfrühe und alle spätreifenden Sorten können ab April direkt ins Beet gesät werden. Dazu gehören „Granat“ als spätreifende, „Cabeza Negra 2“ als mittelspäte und „Vysoke“ als späte und spitze Rotkohlsorte.

Ist die Entscheidung über die Rotkohlsorte und den Anbaumonat getroffen, ist es wichtig, die frühreifen Rotkohlsorten in einer Umgebung von etwa 20 Grad Celsius in Anzuchterde groß zu ziehen. Der Anbau dieser frühreifen Pflanzen kann, sobald sich die ersten Blätter zeigen, in größeren einzelnen Töpfen bei einer angenehmen Innentemperatur fortgesetzt werden. Hell und mit Jungpflanzenerde versehen, können die Rotkohlpflänzchen ab März ins Beet eingesetzt werden. Ein größerer Abstand von 50 mal 50 cm und ein tiefes Einpflanzen empfiehlt sich.

Zusätzlich sollte darauf geachtet werden welche anderen Pflanzen in direkter Umgebung angebaut werden können. Manche behindern sich gegenseitig im Wachstum und sollten daher genug Abstand haben. Was ohne Bedenken nebenan gepflanzt werden darf, sind unter anderem:

  • Kartoffeln
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Tomaten
  • Dill
  • Mangold
  • Rhabarber
  • Spinat
  • Gurke
  • Porree

Was sich hingegen als kein guter Nachbar erweist, sind unter anderem:

  • Andere Kreuzblütler
  • Knoblauch
  • Schnittlauch
  • Zwiebeln
  • Erdbeeren

Wichtig ist außerdem, dass Kohl nicht im darauffolgenden Jahr an die gleiche Stelle gesetzt wird. Für den Anbau von Kohl (jeglicher Art) sollte ein anderer Standort gewählt werden, da der Boden mindestens drei Jahre Pause benötigt. Zur Vorbereitung des Anbaus von Rotkohl kann das Beet mit Kompost oder organischem Dünger vermischt werden.

Detailansicht Rotkohl

Was man bei der Rotkohlpflege beachten muss

Rotkohl anzubauen und zu ernten bedeutet auch, diesen zu pflegen und gegen Schädlinge zu schützen. Wie bereits erwähnt, sollte der Anbau von Rotkohl nur im Dreijahreswechsel standortmäßig wiederholt werden. So werden Boden und Kohl vor unnötigen Schäden und Schädlingen geschützt.

Der Boden, eventuell schon im Vorherbst durch Dünger gestärkt, sollte sehr regelmäßig gegossen und gelockert werden. Durch das Bedürfnis des Rotkohls viele Nährstoffe aufzunehmen, kann auch während des Wachstumsprozesses, d.h. vor der Rotkohlernte, der Boden mit Humuserde oder kalkhaltiger und nährstoffhaltiger Erde bedeckt werden.

Da Rotkohl während des Anbaus sehr empfindlich auf Sonneneinstrahlung und Schädlinge reagiert, empfiehlt sich ein eher schattiger Platz oder die Abdeckung durch ein Netz. Dieses bietet etwas Schatten und hält lästige Kohlfliegen zurück. Gegen andere Schädlinge wie beispielsweise Erdflöhe oder Kohlweißlinge bietet nur das Feuchthalten des Bodens und die manuelle Suche nach Eiern oder Raupen Schutz. Diese, wenn möglich, sofort entfernen.

Schälen eines Rotkohlviertels

Was man bei der Rotkohlernte beachten muss

Ist der Rotkohlanbau gelungen und der Kohl gut gewachsen, können die ersten Blätter bereits ab Frühsommer geerntet werden. Diese eignen sich am besten für Salat. Sobald sich Kohlköpfe zeigen, sollte der Kohl mit einem scharfen Messer etwas unter dem Kopf abgeschnitten werden. Äußere Blätter können entfernt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Rotkohl nicht zu lange im Beet gelassen wird, da er sonst aufplatzen könnte. Den Kohl in der Erde zu lassen, empfiehlt sich nur dann, wenn der Rotkohl nicht sofortige Verwendung findet. Mit Wurzel kann er aber auch gut aus der Erde entfernt und gelagert werden. Sie können den Rotkohl mit der Wurzel kopfüber aufhängen, sollten ihn jedoch nie gemeinsam mit Äpfeln lagern, da der Kohl sonst welk wird.

Da der Rotkohl von verschiedenen Schädlingen befallen sein kann, sollte die Wurzel des Rotkohls zum Schutz der Erde entsorgt und nicht kompostiert werden.

Rotkohl wird geschält

Was man bei der Rotkohllagerung beachten muss

Nach 14 bis 21 Wochen können die meisten Kohlsorten geerntet und weiterverarbeitet werden. Bei frühreifen Rotkohlsorten ist zu beachten, dass sie bestmöglich innerhalb von zwei Wochen verarbeitet werden. Sollte der Kohl als Ganzes, d.h. unverarbeitet, gelagert werden, können die späterreifen Sorten in kühlen und feuchten Räumen aufbewahrt werden.

In den meisten Fällen kann der geerntete Kohl jedoch gut in Salat geschnitten werden oder gekocht als klassische Beilage zu den Lieblingsgerichten genutzt werden. Sei es als Kohlroulade oder zusammen mit Klößen und Sauerbraten – Rotkohl ist ein beliebtes Gemüse für Jung und Alt, welches iglo durch seine natürlichen Anbauprozesse mit einem besonders authentischen Geschmack auf den Teller zaubert. Die Landwirte und Anbauberauter im Münsterland kümmern sich seit Jahrzehnten leidenschaftlich um den iglo Rotkohl. Falls Inspirationen für Rezepte fehlen, haben wir einige tolle Rotkohl Rezepte zusammengestellt.