Die verschiedenen Spinatsorten

Spinat kennt man vor allem aus der Gefriertruhe oder vom Gemüsehändler. Aber Spinat ist nicht gleich Spinat. Es gibt viele unterschiedliche Sorten und nahe Verwandte, die durch ihre speziellen Eigenschaften überzeugen.
Welche Spinatsorten besonders beliebt sind und warum verrät der folgender Artikel.
Spinaternte mit Traktoren

Spinat – Das Blattgemüse

Der echte Spinat, der normalerweise im Supermarkt im Tiefkühlregal oder in der Gemüseabteilung zu finden ist, hat den botanischen Namen Spinacia oleracea. Er eignet sich sowohl sehr gut als Gemüse als auch als Grundlage für einen Salat. Verschiedene durch Züchtung entstandene Sorten wie Matador, Emilia, Monza oder Toscane unterscheiden sich im Geschmack, in Blattform und -größe sowie durch die unterschiedliche Resistenz gegenüber Schädlingen.
Der beliebte und weit verbreitete Babyspinat ist beispielsweise eine Züchtung mit besonders kleinen und zarten Blättern. Grundsätzlich wird beim Spinat zwischen Wurzelspinat und Blattspinat unterschieden. Daran kann man erkennen, ob das Gemüse mit der Hand geerntet (ohne Wurzel) oder maschinell abgebaut (mit Wurzel) wurde. Daraus ergeben sich allerdings keine Qualitätsunterschiede. Nur beim Waschen und Zubereiten des Spinats kann der Aufwand beim Wurzelspinat höher sein.

Mangold – Der bekannte Bruder des Spinats

Mangold sieht Spinatblättern sehr ähnlich und wird daher oft dem Spinat zugeordnet. Botanisch gesehen ist Mangold aber eine Rübe und verwandt mit Roter Bete oder der Zuckerrübe. Das Gemüse gehört zu den Gänsefußgewächsen und nicht zur Spinatfamilie. In der Küche macht die Botanik aber keinen Unterschied: Blattmangold lässt sich im Prinzip wie Spinat einsetzen. Geschmacklich ist Mangold etwas kräftiger und kann im Ganzen mit dem Stiel verwendet werden. Dabei braucht der Stiel ein wenig mehr Zeit zum Garen als die Blätter. Das Gemüse enthält vor allem sehr viel Vitamin K, welches für die Blutgerinnung und die Knochenbildung von Bedeutung ist. Außerdem ist Mangold reich an Vitamin A, E, Natrium, Magnesium, Eisen und Kalium. Mit gerade 25 Kalorien auf 100 Gramm kann Mangold zu einer ausgewogenen und kalorienarmen Ernährung beitragen. Ähnlich wie bei Spinat müsste ein erwachsener Mann mit einem Tagesbedarf von 2.500 Kilokalorien ungefähr 10 Kilogramm des Gemüses essen, um seinen Bedarf zu decken. Mehr Infos zu den Spinat-Nährwerten gibt es im Artikel „Ist Spinat gesund?“.

Sommerspinat

Der Sommerspinat oder auch Neuseeländer Spinat gehört zu den Eiskrautgewächsen. Hier ist der Name Programm: Sommerspinat kann auch in der warmen Jahreszeit angebaut werden, da er nicht so schnell „schießt“ und Blüten trägt. Eine Ernte vor der Blüte ist bei allen Sorten wichtig, damit der Nitratgehalt im Spinat nicht zu hoch ist. Im eigentlichen Sinne ist Sommerspinat aber nicht mit dem heimischen Spinat verwandt. Der Neuseelandspinat ist eine einjährige Pflanze, die bis zu 40 Zentimeter hoch werden kann. An bis zu einem Meter langen Trieben wachsen dicke dreieckige Blätter. Diese schmecken trotz fehlender Verwandtschaft ähnlich wie heimischer Spinat und können ebenso als Salat oder Gemüse zubereitet werden.

Spinat in Reihen auf einem Feld

Gemüse mal anders – wilder Spinat

Der wilde Spinat oder auch der „Gute Heinrich“ wurde besonders früher in nährstoffarmen Bodenregionen angebaut und gegessen. Der Geschmack und das Aussehen der Pflanze sind dem aus dem Supermarkt bekannten Spinat sehr ähnlich. Daher kann der wilde Spinat auch auf die gleiche Weise zubereitet werden. Das Gemüse wird bis zu 80 Zentimeter hoch und zeichnet sich durch große Blätter aus. Heute wächst wilder Spinat nur noch selten in der Natur. Dafür eignet er sich sehr gut für den Anbau im eigenen Garten. Die Ansprüche an Bodenqualität, Pflege und Umgebung sind gering. Allerdings sollte wilder Spinat im ersten Jahr noch nicht geerntet werden, damit das Wachstum nicht eingeschränkt wird. Danach sind die Pflanzen sehr ergiebig. Ernte und Genuss von wildem Spinat aus dem eigenen Garten sind meist ohne Probleme über mehrere Jahre möglich.

Erdbeerspinat

Der Erdbeerspinat war früher besonders beliebt und wird seit einigen Jahren wieder häufiger in deutschen Haushalten verwendet. Ursprünglich wurde Erdbeerspinat von herkömmlichen Sorten weitestgehend verdrängt, da die Blätter nicht maschinell geerntet werden können. Im Frühjahr gesät kann das Blattgemüse ebenfalls als Salat oder als Gemüse zubereitet werden. Wegen seines ansprechenden Aussehens wird Erdbeerspinat auch häufig als Zierpflanze angebaut.
Erntet man den Erdbeerspinat nicht als Blattgemüse ab, bilden die Pflanzen kleine rote Früchte, die Erdbeeren ähneln und gleichzeitig Namensgeber sind. Die Früchte sind zwar essbar, haben aber keinen besonders starken Eigengeschmack und sind daher eher als Dekoration geeignet. Nach dem Einsetzen der Blüte, sollte auch Erdbeerspinat auf Grund des dann erhöhten Nitratgehaltes nicht mehr gegessen werden. Um sich an den Pflanzen zu erfreuen, müssen sie jedes Jahr neu ausgesät werden. Denn Erdbeerspinat ist ein einjähriges Gewächs, das nach einer Saison abstirbt.

Spinaternte auf einem Feld von oben
Insgesamt ist Spinat also nicht nur sehr vielseitig in der Küche. Es gibt auch viele verschiedene Sorten. Auf den iglo Feldern im Münsterland beispielsweise werden über 15 verschiedene Spinatsorten angebaut. Bei der Auswahl der Sorten, genau wie bei Anbau und Verarbeitung, achtet iglo auf optimale Qualität und strenge Richtlinien.
Auch im eigenen Garten sind beim Spinatanbau einige Dinge zu beachten. Weitere Tipps und Ratschläge gibt es auf der Übersichtseite zum Thema Spinat.