Darf ich Spinat nochmal erwärmen?

Die Empfehlung, Spinat lieber nicht aufzuwärmen, stammt noch aus Zeiten von Großeltern und Ur-Großeltern. Beliebt war Spinat schon damals. In alten Rezeptbüchern wurde allerdings dazu geraten, den Spinat 25 Minuten zu kochen, nicht roh zu verzehren und vor allem nicht aufzuwärmen. Aber stimmt es wirklich, dass einmal zubereiteter Spinat nicht mehr erwärmt werden sollte? Es gibt doch einige Situationen, in denen ein Aufwärmen praktisch ist:

Egal ob nicht alle Familienmitglieder gemeinsam zur gleichen Zeit essen können, man für den nächsten Tag vorkochen möchte oder man sich wieder einmal mit der Menge verschätzt hat und keine Lebensmittel verschwenden will. Entdecke, was hinter den Behauptungen über Spinat steckt und was bei der Aufbewahrung, Zubereitung und dem erneuten Aufwärmen zu beachten ist.

Spinat mit Ei und Kartoffeln angerichtet

Nitrat wird zu Nitrit

Spinat enthält einen relativ hohen Anteil an Nitrat. Das Salz nehmen die Pflanzen natürlicherweise über die Wurzeln aus dem Boden auf. Nitrat selbst ist für die meisten gesunden Erwachsenen ungefährlich. Die Empfehlung Spinat nicht zu erwärmen geht auf einen Stoffwechselprozess zurück, bei dem Nitrat in Nitrit umgewandelt wird. Das kann bei nitrathaltigem Gemüse wie Spinat durch Bakterien bei unsachgemäßer Lagerung passieren, oder auch bei der Verdauung im menschlichen Körper. Deshalb empfiehlt es sich, ein Glas Orangensaft zum aufgewärmten Spinat zu trinken.

Nitrat sollte aber nicht ausschließlich negativ beurteilt werden. Beispielsweise bringen die Salze den Zellen mehr Energie und sorgen für mehr Muskelwachstum. Zudem wird Nitrat ein positiver Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und zu hohen Blutdruck zugeschrieben. Nitrat beziehungsweise Nitrit in Lebensmitteln sollte also in Maßen genossen und nicht verteufelt werden.

iglo Koch mit Gemüsepfanne

Die richtige Aufbewahrung und Zubereitung

Um den möglichen Gefahren von Nitrat und Nitrit entgegenzuwirken, ist die richtige Lagerung und Zubereitung von Spinat entscheidend. Das gilt natürlich vor allem dann, wenn Spinat wieder aufgewärmt werden soll. Um die Stoffwechselprozesse nicht zu begünstigen, sollte Spinat nicht zu lange warmgehalten werden. Am besten ist es, das übrige Gemüse möglichst schnell nach der Zubereitung in den Kühlschrank zu stellen. So hat die Bildung von Nitrit kaum eine Chance, im Gegensatz zu früher. Der Mythos, dass man Spinat auf keinen Fall aufwärmen darf, stammt auch aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab und Nahrungsmittel oft lange bei Zimmertemperatur gelagert wurden. Unter diesen Bedingungen hatten Bakterien mit der Umwandlung von Nitrat in Nitrit leichtes Spiel. Heute gilt: Wenn drei einfache Regeln beachtet werden, lässt sich Spinat getrost aufwärmen.

  1. Den übrigen Spinat direkt nach Zubereitung abgedeckt in den Kühlschrank stellen, aber nicht länger als einen Tag.
  2. Spätestens am nächsten Tag bei mindestens 70 Grad wieder erwärmen, um Bakterien und Keime abzutöten.
  3. Übrigen Spinat nur einmal wieder aufwärmen und dann komplett verzehren, nicht mehrfach erwärmen.
Kleiner Junge mit Spinat in einem Topf

Spinat erwärmen für Kinder

Sitzen Kinder im Haushalt mit am Esstisch, ist beim Erwärmen von Spinat etwas mehr Vorsicht geboten. Da das Immunsystem von kleineren Kindern noch nicht völlig ausgeprägt ist, können bereits kleinere Mengen von für Erwachsene unbedenklichen Stoffen zu Problemen führen. Essen Kinder bis zum Alter von etwa drei Jahren zu viele nitrathaltige Lebensmittel wie Spinat, Kohlrabi und Radieschen besteht ein erhöhtes Risiko einer möglichen Nitratvergiftung und mit anschließender Blausucht.

Bei Säuglingen ist das Immunsystem noch besonders schwach. Sie reagieren sehr empfindlich auf Nitrit und sollten daher am besten gar kein nitratreiches Gemüse essen. Grundsätzlich gelten bei der Ernährung von Kindern und Säuglingen also noch einmal strengere Regeln als bei Erwachsenen. Bei Fragen hilft am besten ein Arzt oder Ernährungsberater weiter.

Spinatsamen in einer Mulde

Sonstige Tipps zum Umgang mit Spinat

Neben der richtigen Lagerung und der optimalen Zubereitung, gibt es noch weitere Möglichkeiten, um den Nitratgehalt möglichst niedrig zu halten. Bei einer bekannten Überempfindlichkeit, ist es beispielsweise eine gute Idee, keinen rohen Spinat zu essen, da beim Kochen der Nitratgehalt sinkt. Außerdem enthalten Sommer- oder Frühjahrssorten weniger Nitrat als Winterspinat. Wenn man den Spinat selbst im Garten anbaut, sollte man darauf achten, dass das Gemüse geerntet wird, bevor es blüht. Auch im Boden sollte möglichst wenig Nitrat enthalten sein und auf Dünger ist bestenfalls zu verzichten, da Spinatpflanzen die Salze sehr schnell über die Wurzeln aufnehmen.

Weitere Informationen und Tipps gibt es im Artikel zum Thema Spinatanbau. Wem der eigene Anbau zu aufwendig ist, liegt mit iglo Tiefkühlspinat genau richtig. Der Spinat gedeiht auf optimalen, nährstoffreichen Böden, wird zum richtigen Zeitpunkt geerntet, blanchiert und sofort tiefgefroren. Im Tiefkühlfach kann er bedenkenlos länger gelagert und schnell zubereitet werden.

Insgesamt ist es also kein Problem, Spinat noch einmal zu erwärmen, wenn man die Tipps bei der Lagerung und der Zubereitung beachtet. Insbesondere bei kleinen Kindern sollte man allerdings eher auf das Aufwärmen verzichten. Entdecke viele weitere spannende Infos rund um die Themen Ernährung und Spinat.