Einfrieren – Tipps
und Tricks

Einfrieren – Tipps
und Tricks

Wie kann man Lebensmittel richtig einfrieren und somit sicherstellen, dass Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben?

Bei der Zubereitung von Tiefkühlprodukten sowie beim Einfrieren generell gilt es einiges zu beachten. Alles Wissenswerte zusammengefasst. 

Spinatblätter von oben

Lebensmittel richtig einfrieren

Besonders wichtig beim Einfrieren ist, dass die Lebensmittel so frisch wie möglich sind. Denn nur dann bleiben nahezu alle Nährstoffe erhalten. Gemüse von iglo beispielsweise wird innerhalb von eineinhalb Stunden nach der Ernte schockgefroren. Zuvor wird es geputzt, gewaschen und blanchiert.Diese Schritte eignen sich auch im Alltag fürs Einfrieren von Lebensmitteln.

  • Vom Kauf bis zum Einfrieren sollte so wenig Zeit wie möglich verstreichen. Wer schon beim Einkauf weiß, welche Lebensmittel er nicht sofort verarbeitet, sollte sie gleich in den Tiefkühler legen, damit sie frisch und nährstoffreich bleiben.
  • Um sie richtig einzufrieren, wäscht und putzt man die Lebensmittel zunächst, lässt sie trocknen bzw. abkühlen (Gemüse blanchiert man vorher) und füllt sie in einen Gefrierbeutel oder ein anderes geeignetes Behältnis. Dieses sollte möglichst luftdicht und nicht zu voll sein, um Gefrierbrand und Aufplatzen zu vermeiden.
  • Nun gibt man das Gefriergut ins Tiefkühlfach – am besten ins oberste (leere) Fach –, bis es durchgefroren ist. Falls vorhanden, kann man die „Superfrost“-Taste des Tiefkühlschranks drücken. So geht der Gefrierprozess am schnellsten und es bilden sich keine größeren Eiskristalle
  • Schließlich legt man das Tiefgefrorene zu den übrigen eingefrorenen Lebensmitteln in eines der anderen Fächer (sofern vorhanden).

Beim Einfrieren ist auf die Kennzeichnung des jeweiligen Fachs zu achten: Gefrierfächer mit * oder ** eignen sich nur zum kurz- bis mittelfristigen Lagern, Fächer mit *** und mehr auch für eine Aufbewahrungszeit von mehreren Monaten. ***-Gefrierfächer erreichen eine Kühltemperatur von -18 °C oder niedriger.

Welche Gefäße nimmt man zum Einfrieren?

Zum Einfrieren von Lebensmitteln braucht man eine luftdichte Verpackung. Die meisten greifen dafür zu Gefrierbeuteln mit praktischen Schiebeverschlüssen. Hat man das Gefriergut entsprechend portioniert und eingefüllt, drückt man einfach die Luft aus dem Beutel und verschließt ihn. Beliebt sind auch luftdicht verschließbare Dosen. Wer auf Plastik verzichten möchte, kann zu Einmachgläsern greifen – diese lassen sich auch immer wieder verwenden. Für Brot und Brötchen kann man direkt die Papiertüte vom Bäcker oder einen Baumwollbeutel nehmen.

Bei Gläsern gibt es etwas mehr zu beachten: Sie müssen über einen dichten Gummi- oder Schraubverschluss verfügen und sollten möglichst dickwandig und breit sein. Gut geeignet sind neben den klassischen Einweckgläsern beispielsweise Gurken-, Honig- oder Marmeladengläser. Nutzt man diese zum Einfrieren, darf man sie nie ganz füllen, mit Flüssigkeiten zum Beispiel nur zu drei Vierteln. So lässt sich verhindern, dass das Glas platzt, weil sich der Inhalt zu sehr ausdehnt. Wichtig ist außerdem, dass man den Deckel erst zuschraubt, wenn der Inhalt gefroren ist – so kann die verdrängte Luft entweichen.

Fischstäbchen mit Kartoffeln und Spinat auf einem Teller

Wie lange halten sich eingefrorene Lebensmittel?

Auch eingefrorenes Essen bleibt nicht ewig frisch. Der Alterungsprozess wird nur stark verlangsamt. Wie lange sich Gefriergut hält, hängt nicht nur vom Behältnis und vom jeweiligen Tiefkühlfach ab, sondern auch vom Lebensmittel selbst. Obst und Gemüse, aber auch Fleisch sind in der Regel deutlich länger haltbar als beispielsweise Fisch, Brot oder Käse. Bei Tiefkühlprodukten geben das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum sowie die Hinweise zur Lagerung eine gute Orientierung. In aller Regel ist es notwendig, die Packungen bei -18 °C oder niedriger – also in einem ***-Fach – zu lagern, um die maximale Haltbarkeit zu erreichen. Wie lange das jeweilige Produkt unter anderen Kühlbedingungen frisch bleibt, ist ebenfalls auf der Verpackung angegeben.

Möchte man Lebensmittel selbst einfrieren, hilft es, auf Gefriertabellen zurückzugreifen. In diesen findet man Richtwerte für die Haltbarkeit von bestimmten Lebensmitteln. Grundsätzlich gilt: Tiefgefrorenes sollte niemals länger als ein Jahr gelagert werden. Viele Nahrungsmittel sind sogar schon nach wenigen Wochen im Tiefkühler nicht mehr genießbar. Hierzu zählen etwa Brot, Wurst und bereits Gekochtes. Blechkuchen, Hartkäse, Fisch und Geflügel halten sich dagegen meist mehrere Monate. Etwa ein halbes Jahr sollte man für Schweinefleisch veranschlagen; Rindfleisch hingegen kann auch doppelt so lange lagern.


Mindestens sechs Monate bleiben Gemüse, Obst und Kräuter im Tiefkühlfach oder in der Gefriertruhe frisch. Die längste Lagerungszeit (bis zu einem Jahr) gilt für Rotkohl, Grünkohl und Spinat. Auch Spargel kann man so lange einfrieren. Bohnen, Erbsen und Karotten sind etwa ein Dreivierteljahr haltbar, während man Kohlrabi und Pilze nur rund sieben Monate lang lagern sollte.


Dabei handelt es sich stets um Maximalwerte. Zuallererst sollte man seinen Sinnen vertrauen, um einzuschätzen, ob ein aufgetautes Lebensmittel noch gut ist. In einem anderen Artikel erklären wir, wie man Tiefgekühltes richtig auftaut.

Tipp: Am besten notiert man sich das Datum des Einfrierens auf dem Behältnis. Auf Gefrierbeuteln ist hierfür üblicherweise schon ein entsprechendes Feld aufgedruckt.

Was eignet sich nicht zum Einfrieren?

Tatsächlich ist nicht jedes Lebensmittel fürs Einfrieren geeignet. Kartoffeln, Blattsalate und Gurken etwa werden beim Auftauen matschig, Milch flockt aus und rohe Eier können im Tiefkühler platzen. Nachteilig wirkt sich ein hoher Wassergehalt aus: Das Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, wodurch sich die Konsistenz des Lebensmittels verändert.

Milchprodukte wie Sahne, Quark, Joghurt sowie Weich- und Frischkäse mögen die Eiseskälte gar nicht. Auch gekochte Eier sind nicht für den Tiefkühlschrank geeignet, da sie gummiartig werden – allenfalls bereits aufgeschlagene Eier lassen sich einfrieren. Süßspeisen, die Gelatine enthalten, also beispielsweise Torten oder Pudding, verflüssigen sich. Südfrüchte, grüne Trauben und Radieschen werden leicht matschig bzw. verlieren ihren Geschmack.

Jedoch ist es in den allermeisten Fällen gar nicht notwendig, diese Lebensmittel einzufrieren. So halten sich Kartoffeln, die an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt werden, ohne Probleme monatelang, Milch bleibt im Kühlschrank über Wochen frisch und Salat, Gurken und Tomaten fühlen sich im Gemüsefach auch länger als ein paar Tage wohl.

Buntes Gemüse in weißer Schale

Kann man Aufgetautes wieder einfrieren?

Eine Grundregel beim Tiefkühlen besagt: Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Deshalb sollte man gekaufte TK-Kost sofort ins Gefrierfach legen. Dennoch kann es passieren, dass man einmal zu viel auftaut und einen Teil wieder einfrieren möchte. Dagegen spricht grundsätzlich nichts, jedoch ist darauf zu achten, das betreffende Lebensmittel nicht länger als nötig Temperaturen im Plusbereich auszusetzen. Ansonsten können sich darauf nämlich Keime bilden, die beim erneuten Einfrieren ebenfalls konserviert werden.

Tiefkühlprodukte müssen gemäß der Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel (TLMV) mit einem Hinweis „Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren“ versehen sein. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, mit der mögliche gesundheitliche Gefahren eingedämmt werden sollen. Laut dem Deutschen Tiefkühlinstitut ist es aus hygienischer Sicht besser, das Produkt wieder einzufrieren, statt es bei Plusgraden im Kühlschrank zu belassen. Allerdings geht dies zulasten der enthaltenen Nährstoffe und Vitamine. Deshalb sollte man sich gut überlegen, wie viel man auftaut, und einmal Aufgetautes nur in Ausnahmefällen wieder ins TK-Fach legen.


Was tun bei einem Stromausfall?

Fällt der Strom für unabsehbare Zeit aus, sorgen sich viele um ihre eingefrorenen Lebensmittel. Im Winter bei Minusgraden kann man Tiefgekühltes gut eingepackt auch vorübergehend auf dem Balkon lagern. Ansonsten können folgenden Tipps helfen:

  • Den Tiefkühler nicht öffnen: Moderne TK-Geräte sind gut isoliert und halten ihre Temperatur auch ohne Strom mehrere Stunden lang im Minusbereich. Sollte also der Strom innerhalb weniger Stunden wieder da sein, ist dies unbedenklich. Um sicherzugehen, empfiehlt sich ein Blick in die Gebrauchsanweisung des Geräts.

 

 

  • Hält der Stromausfall länger als fünf Stunden an, sollte man damit beginnen, die aufgetauten Lebensmittel zu verzehren. Insbesondere Fisch und Fleisch sollten innerhalb eines Tages verbraucht werden.
  • Funktioniert der Tiefkühler wieder, kann man viele Lebensmittel, etwa Gemüse und Obst, wieder einfrieren – jedoch nicht, ohne sie vorher zu prüfen!